Vortrag vor Sozialverbänden in Florstadt

Florstadt – „Brauche ich ein Testament“ war der erste Infoabend der Florstädter Sozialverbände überschrieben, die dieser Tage ihre diesjährige herbstliche Vortragsreihe mit Klaus Ruppert starteten. Rolf Setulla vom VdK Nieder- und Ober-Florstadt hatte die Gäste, den Referenten und Bürgermeister Herbert Unger begrüßt, der die Auftaktveranstaltung zu einem Dank an die Interessengemeinschaft der Sozialverbände nutzte. Bekanntlich hatten sich die VdK-Ortsvereine aus Nieder-/Ober-Florstadt, Stammheim und Nieder-Mockstadt sowie den Ortsgruppen der Arbeiterwohlfahrt in Stammheim und Nieder-Florstadt vor zwei Jahren bereits zusammengeschlossen, um ihr Klientel mit gemeinsamen Informationsabenden besser informieren zu können. Wie immer widme man sich den Themen Gesundheit, Versicherung, Sicherheit oder juristischen Themen wie dem des Testaments. Manches Thema sei trocken und spröde, doch Referenten wie Ruppert, sorgten mit ihrer Gewichtung und ihrer Qualität für einen enormen Informationszufluss. Ruppert, der in Bad Nauheim eine Kanzlei betreibt, fungiert zudem als Präsident der von ihm mit initiierten Deutschen Gesellschaft für Seniorenrecht und –medizin. In seiner Kanzlei habe man vor vielen Jahren bereits die Sparte des Seniorenrechts entwickelt, um sich so wichtigen Themen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht oder all den Fragen rund ums Erben und Vererben zu widmen. Besonders im Auge habe man dabei den demografischen Wandel, so Ruppert, der bei erste Betrachtung bei sinkenden Geburtenzahlen immer mehr Menschen immer älter werden lässt. Im Jahre 2000 lebten in Deutschland eine halbe Million Menschen, die über 90 Jahre alt waren. 2020 soll sich diese Zahl bereits verdoppeln und im Jahr 2050 rechnet man mit mehr als zwei Millionen Menschen in dieser Altersgruppe. Menschen, die immer weniger mobil und gleichzeitig immer pflegebedürftiger werden.

Ruppert informierte in der Folge über die gesetzliche Erbfolge, den eigentlichen Erbfall, der Vermögen und auch Schulden vererbbar macht, und die fällige Erbschaftssteuer. Er zählte eine Reihe von Regel- und Sonderfällen auf und erläuterte die Erbfolge wenn kein Testament vorliege. Sollen besondere Menschen besonders bedacht oder Menschen, zu denen kaum Kontakt bestehe, gar nicht oder weniger bedacht werden, so „besteht Handlungsbedarf“, erläuterte Ruppert. Und er machte deutlich, dass neben Personen, Vereinen oder Stiftungen auch Kommunen erben können, Tiere jedoch nicht. Dringend empfahl der Referent eine rechtzeitige Vereinbarung. Geschiedene Senioren, die in ihrem Lebensabend jemanden Neues kennen lernen und mit diesem zusammenleben, sollten ihren Nachlass ebenfalls regeln. Liege nichts vor, gehe das Erbe an Kinder und der Lebenspartner, der vielleicht sogar über Jahre die Pflege übernommen hatte, gehe leer aus. Auch verdeutlichte er, dass das Vermächtnis von Menschen ohne Ehegatten, Familie oder Verwandten an den Fiskus gehe, sofern kein Testament vorliege. Ruppert erklärte Fachbegriffe wie Nachlassinsolvenz, Gläubigerrechte, Erbschein und informierte über die Reform des Erbschaftssteuerrechts im Jahre 2009, die Gleichbehandlung und Entlastung versprach.

„Regelungsbedarf besteht immer dort, wo anders als gesetzlich vererbt werden soll, wo gesetzliche Erben nicht erben sollen oder die Versorgung der Ehefrau Vorrang hat“, so Ruppert. Weitere Gründe könnte der Ausschluss von Kindern oder der Dank für Pflegeleistungen sein. Und wo Erbschaftssteuer gespart werden soll. Zum Schluss, bevor er auf die Fragen der Anwesenden einging, kümmerte er sich noch um die Hinterlegung des Testaments beim Nachlassgericht.

 Stephan Lutz Wetterauer Zeitung

By | 2019-02-04T13:07:52+00:00 Oktober 6th, 2013|Allgemein, Testament, Veranstaltungen|Kommentare deaktiviert für Vortrag vor Sozialverbänden in Florstadt

About the Author:

Kontakt" >

Kontakt

close slider
Kontaktieren Sie uns

Deutsche Gesellschaft für Seniorenrecht und -medizin e.V.

Frankfurter Straße 28, 61231 Bad Nauheim

☎ 06032/9345-22
@ mail@dgfsm.de
»zum Kontaktformular